Seelenverluste

Seele und Inkarnation: Eine schamanische Schau auf ein Wunder.

Vom Moment der Zeugung an dauert es bis zu vier Tage bis die Seele inkarniert. Es ist der Beginn des Menschseins.

Die Seele, die kommt, ist das eigentliche Ich, das authentische Wesen dessen, was lebt.

Symbol für Inkarnation
Inkarnation: Eine Seele kommt in das Leben

Die Seele entfaltet nun ihre Potentiale – in etwa wie eine Pflanze ihre Blütenblätter. Sie sind tonal und nagual, d.h. körperbezogene und körperlose Potentiale. Die Tonalen enthalten alle Informationen über den Körper. (z.B. seine Organe)

In diesem Zeitraum geschieht etwas, das Pränatalmediziner auch als erste Geburt bezeichnen: Das Häutchen um den Zellhaufen bricht auf und der Körper beginnt sich zu bilden: Die tonalen seelischen Informationen gehen in die Entfaltung. Sie geben dem Körper Form. (Informare)

Auf der nagualen Ebene entwickeln sich die Potentiale für Gefühle und Wahrnehmung zuerst. Sie geben dem pränatalen Kind die Möglichkeiten am körperlichen und emotionalen Leben der Mutter teilzunehmen. Dies bedeutet, dass schon im Mutterbauch prägende Erfahrungen gemacht werden, welche positiv wie negativ sein können.

Wenn diese Erfahrungen als bedrohlich empfunden werden, kann ein (nagualer) Seelenanteil verloren gehen. Bspw: Drogenrausch, Suizid- oder Abtreibungsgedanken, überwältigende Gefühle, Schock, Unfall, Gewalt, u.U. plazentagängige Medikamente, Narkosen.

Auch im Geburtsverlauf kann sich ein Anteil verabschieden. Es ist ein Kampf um Leben und Tod. Das Kind erlebt die Emotionen der Mutter auch, also Schmerz, Angst, Scham…usw.

 

Die Seele in der Kindheit des Menschen

Vor der Geburt war der kleine Mensch vom Mutterleib umgeben. Danach wird es von der Familie, dem Umfeld geschützt. Der Säugling, das Kind reagiert ebenso seelisch auf Situationen, die es als bedrohlich empfindet. Es geht hier nicht allein um ein Trauma, das einen Seelenverlust zur Folge haben kann, sondern auch um sich wiederholende Erlebnisse, welche der Entfaltung der Seele und ihrer Anteile entgegen wirken.

Teddys als Symbol für das innere Kind
Innere Kinder

Beispiele sind Formen körperlicher und emotionaler Gewalt. Wer aus Überforderung oder erzieherischer Maßnahme das Kind wegsperrt und schreien lässt, wird die Erfahrung machen, dass es tatsächlich irgendwann aufhört. Es ist der Zeitpunkt, in dem ihm ein Seelenanteil verloren geht. (Und damit auch sein Urvertrauen.)

Ebenso können Unfälle, Operationen, Narkosen, schwere Erkrankungen, Impfungen und Missbrauch zu Seelenverlusten führen.

 

Jeder Seelenanteil trägt ein Potential für das Leben

Mit jedem Seelenanteil, der verloren geht, verliert sich auch ein Potential, die der Mensch für sein Leben braucht. Dieses Potential steht in einem analogen Zusammenhang mit dem ursächlichen Geschehen.

Also gehen mit vorgeburtlichen und geburtlichen Anteilen Potentiale verloren, die ein natürliches Gefühl für die Geborgenheit im Leben ermöglichen. Sie stehen für das  Recht zu leben und für das selbstverständliche Gefühl willkommen zu sein.

Mit Kinderseelenanteilen gehen bspw. folgende Potentiale verloren: sich sicher fühlen, Vertrauen, Aspekte sozialer Fähigkeiten, die Gewissheit liebenswert zu sein, lieben dürfen. (ohne dafür bestraft oder zurück gewiesen zu werden)

Bei sexuellem Missbrauch verlieren sich Potentiale, die eine natürliche Entwicklung der Sexualität ermöglichen, ein freies Erleben von Lust und körperlicher Liebe.

Von der seelischen Ganzheit in die Charakterisierung des Menschen

Symbol für die Charakterisierung
Das, was bleibt: Der Charakter

Mit der Inkarnation kommt die Seele mit allen Teilen auf die Welt. Durch Seelenverluste fragmentiert sie: Potentiale gehen verloren. Dies gilt auch für die „stillen“ Verluste, für Potentiale der Seele, die nicht gefordert oder erwünscht sind.

Der Mensch durchläuft also eine Art Filter mit den Eltern und der Erziehung an dem Potentiale „hängen bleiben“. Das Ergebnis nennt man dann Charakter. Dieser aus dem Griechischen stammende Begriff bedeutet: Das Geprägte.

Wie wären Sie, wie wäre Ihr Leben ohne Prägung?

Seelenverluste in der Jugendzeit und im Erwachsenenleben

Auch hier sind Unfälle, Operationen, Narkosen, starke Drogenerfahrungen, Schocks, Gewalt, Vergewaltigung… Ursachen für Seelenverluste.

Wir können aber auch einen Seelenanteil aus Liebe verlieren: Wenn wir lieben verschenken wir einen Anteil an den geliebten Menschen – und bekommen aus seiner Liebe zu uns einen Seelenanteil geschenkt. Diese tragen wir in unserem Herzen. Dies ist die seelische Ebene von Liebe.

Endet eine Beziehung nun in einer Trennung, dann schmerzt auch der Anteil, der bei dem nun nicht mehr Liebsten ist. Wir sagen dann: „Ich hab mein Herz verloren“, „mein Herz bricht“, oder „gib mir mein Herz zurück“.

Eine Form von Trennung ist natürlich auch der Tod. Verstirbt ein geliebter Mensch, dann geht er mit dem Teil, den wir ihm gaben (in das s.g. Totenreich). Wir trauern – auch um den verlorenen eigenen Seelenteil.

SchamanenInnen – die SeelenheilerInnen

Die klassische Aufgabe der schamanisch tätigen Menschen ist die Wiederherstellung der seelischen Ganzheit. Hierzu wird in einer schamanischen Sitzung eine Trancereise unternommen, um verlorene Anteile zurück zu bringen.