Schamanische Reisen

Was ist eine schamanische Reise?

In einer schamanischen Reise geht der/die Reisende in eine Trance, um die naguale Welt zu bereisen. (Siehe dazu auch die Seite Schamanismus.)

Rahmentrommel
Orientalischer Schamane mit Rahmentrommel

Verschiedene Instrumente dienen, um einen Trancezustand herzustellen. Das klassische Instrument ist die Rahmentrommel, die monoton gespielt wird. Es wird also keine Melodie hinzugefügt, es wird dazu nicht gesungen, und es gibt auch keinen Rhythmus. Das monotone Klingen wirkt in seinen Schwingungen auf den Menschen trancefördernd bzw. -auslösend.

Der/die Reisende selbst atmet ruhig und befreit seinen Geist von störenden Gedanken, Gefühlen oder Sorgen. Um in eine Trance eintreten zu können muss das Alltagsbewusstsein schweigen. Die richtige Haltung eines Schamanen ist die Hingabe an das Geschehende. So geht er/sie durch ein Portal in die Anderswelten.

Vor der Reise wird (gemeinsam mit dem Klienten) eine Absicht formuliert. Diesem Ziel folgend setzt ein/e Schamane/In auf der Reise immer wieder Impulse, um wiederum in das dem folgende Geschehen einzutauchen.

So werden bestimmte Orte aufgesucht, um Lösungen für den Klienten aufzuspüren, Seelenanteile zurück zu bringen oder Flüche, Schwüre und Gelübde zu lösen.

Trommelrunde
Schamanische Reise zur Rahmentrommel

Der Grund für eine schamanische Reise kann auch in der Kommunikation mit einer Pflanzenseele liegen, z.B. um ein Heilmittel herzustellen, und es mit dem Klienten zu verbinden. Als älteste Form der Diagnostik in der inneren Medizin wird eine Reise in den Körper des Menschen vorgenommen. In der farblichen Wahrnehmung unterscheiden sich gesunde von kranken Partien, Entzündungen sind zum Beispiel deutlich erkennbar. Auch Tumore sind bereisbar, um Erkenntnisse zur Ursache einer derartigen Erkrankung zu gewinnen.

Führend bei der Reise ist das Krafttier, bzw. die Krafttiere. Sie sind treue Freunde und Begleiter des Medizinmenschen, wissen Rat, finden Seelenanteile und helfen in der anderen Realität auf vielfältige Weise.

Eine schamanische Reise ist ein willentlicher Wechsel in eine andere Realität und wieder zurück.

Psychische Erkrankungen

Bei einigen psychischen Erkrankungen ist dieser Wechsel nicht steuerbar – und sie sind ohne die Begleitung eines Krafttieres in der Anderswelt hilflos. In der schamanischen Sicht sind dies aber ebenfalls Reisen, die die Seele symptomatisch initiiert. Die Gründe sind starke Seelenverluste des Klienten. Diese Seelenanteile „melden sich“ emotional und mental immer wieder und ziehen die Aufmerksamkeit des Klienten auf sich: Der psychisch kranke Mensch kippt in die Realität der Seelenanteile und somit in die Anderswelt. Eine Unterdrückung dieser Ereignisse durch Psychopharmaka stellt keine Heilung dar. Die Seelenanteile müssen zurück! (Es gibt auch Menschen, welche in jungen Jahren schamanische Erfahrungen machen, z.B. Stimmen hören, und als psychisch krank eingestuft werden. Wieviele davon sitzen in den Psychatrien?)

Kann ich schamanisch reisen?

Wenn Sie träumen können, dann können Sie auch reisen. Bei einem Traum sind die gleichen körperlichen Areale aktiv wie bei einer schamanischen Reise. Ebenso schweigt das Alltagsbewusstsein und die nötige Hingabe an das Geschehen ist gegeben.

Die entscheidende Frage ist die Authentizität der Reise. Wird sie aus der Phantasie gespeist, aus Wunschdenken, dem Ego? Dann ist es keine schamanische Reise, sondern belanglos. Eine Arbeit für einen anderen Menschen wird so keine nachhaltigen Erfolge haben.

In der School of Shamanic Healing Arts des Indianerpfads wird ein großer Wert auf das authentische Reisen gelegt und dies wieder und wieder geübt. Der Ausbilder hat kein Interesse daran, Phantasten auszubilden, sondern das Werden zum Schamanen/In zu begleiten. Schamanismus als Medizin der Seele wird unbedingt gebraucht, füllt er doch eine große Lücke in den medizinischen Angeboten unserer modernen Gesellschaft.