Grosse Seelenaufstellung

Die Architektur der Seele
Symbol für Aufstellungsarbeit
Die Teile des Menschen

In der grossen Seelenaufstellung blicken wir in den Spiegel der Seele. Wir sehen uns in der seelischen Vielfalt unsere Eigenschaften und Potentiale.

Je nach dem Anliegen des Klienten werden verschiedene seelische Anteile aufgestellt, die eine Rolle spielen. Die Klassiker sind Herz und Verstand, die z.B. durch das innere Kind, die Angst, den inneren Richter, eine Krankheit…ergänzt werden.

Erkennbar wird deren Situation und Zustand, sowie die Positionen von Macht oder Ohnmacht. Welche Teile haben eine Führungsrolle? Und welche sind verdrängt oder dissoziiert?

Der Klient erlebt seine Aufstellung als zentraler Teil, als mögliche(r) König/in in seinem „Königreich Seele“.

Wird regiert oder reagiert?

Im Konzert der eigenen seelischen Teile wird deren Soziologie deutlich, Abhängigkeiten untereinander, Verstärkungen miteinander, Schutzfunktionen und Blockaden…
 
In der grossen Aufstellung wird erkannt, dass kein Seelenteil „böse“ oder „gut“ – und nichts in uns gegen uns ist. Die „problematischen“ Anteile können auch nicht einfach chirurgisch entfernt werden: Es ist oft ihre Symptomsprache, die in das Leben des Klienten hineinwirkt. Der einzigste Lösungsweg ist, sich der „Problemkinder“ anzunehmen, ihre Situation zu verstehen und sie neu auszurichten. Dies geht nur im Miteinander.

Dem Klienten steht ein Coach zur Seite, der/die unterstützt. Dies versteht sich nicht in dem Sinn, dass der Coach hier als Autorität auftritt, und das Thema für den Klienten nach den eigenen Vorstellungen löst. Vielmehr ist es die Aufgabe des Coaches derart zu begleiten, dass der Klient seine Aufstellung, seine Seelenanteile und ihre Situationen erkennt und aus sich selbst zu einer Lösung kommt. Es gibt hier keinen systemischen Ansatz, der dem Coach als Background hilfreich sein könnte: Die Seele unterliegt keinem System. Sie ist jenseits dieser mentalen Ordnungen!

Symbol für die grosse Aufstellung
Seelenanteile und Potentiale des Menschen

In jeder grossen Seelenaufstellung kommt es zu der Phase, in der der Klient nicht weiter kommt. Dies ist der wichtigste Moment. Diesen zu begleiten ist ein hoher Anspruch an den Coach.

Es darf nicht zu einer Resignation oder zu einem Abbruch seitens des Klienten führen. Und dies gilt auch für den Coach: Eine grosse Seelenaufstellung geht in eine derartige Tiefe, das der Klient dort nicht im Stich gelassen werden darf. Das bedeutet: Beide gehen da durch. Immer.

In diesem Moment des Nicht-weiter-kommens hat sich der Überlebensmodus (der eigenen Geschichte) tot gelaufen. Er funktioniert nicht mehr. Dies ist oft auch eine Frage der Identität. („Ich bin so“).

Alte Überlebenskonzepte erweisen sich immer als wirkungslos, wenn es darum geht, in die Lebensfülle der seelischen Vielfalt zu gehen. Es scheint nur manchmal schwer oder gar unmöglich sie zu verändern.

Diese Situation ist die Wende in einer grossen Seelenaufstellung.

Es kommt schliesslich zur Neuausrichtung der Seelenanteile in Annahme und Wertschätzung.

Mohai
Mohai-Statuen als Symbol für Aufstellungen

 

Gegen Ende der Arbeit steht die Seele in ihrer Vielfalt in einem organischen Modell tragender Komponenten für den Klienten da. Und er/sie erkennt: Das alles sind meine Ressourcen. Da ist meine Identität, welche sich stets durch meine Potentiale entwickelt. Stets verbunden mit dem Leben.

Eine grosse Seelenaufstellung erfordert Mut wirklich hinzuschauen und sich selbst in der seelischen Situation und danach auch in der Kraft der eigenen Potentiale zu erleben.